Сборник текстов и интервью (немецкий язык как второй иностранный) Для студентов факультета лингвистики



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ПРАКТИКА
УСТНОГО ПЕРЕВОДА

ТЕМАТИЧЕСКИЙ СБОРНИК
ТЕКСТОВ И ИНТЕРВЬЮ


(НЕМЕЦКИЙ ЯЗЫК КАК ВТОРОЙ ИНОСТРАННЫЙ)

Для студентов факультета лингвистики




Москва

Институт международного права и экономики имени А. С. Грибоедова

2008

УТВЕРЖДЕНО

кафедрой второго

иностранного языка

С о с т а в и т е л ь – канд. филол. наук, доц. Е.А. Кондакова
Практика устного перевода: Тематический сборник текстов и интервью (немецкий язык как второй иностранный). – М.: ИМПЭ им. А.С. Грибоедова, 2008. – 56 с.

Подготовлен на факультете лингвистики.

© Кондакова Е.А., 2008

I. ТЕКСТЫ ДЛЯ ПЕРЕВОДА С ЛИСТА
С НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА НА РУССКИЙ

Ausbildung und die moderne Arbeitswelt

1. Studieren in Deutschland


Deutschland hat eine lange Erfahrung mit ausländischen Studenten. Schon an den im Mittelalter gegründeten Universitäten wie Heidelberg oder Köln spielten sie eine wichtige Rolle. Später nach der Universitätsreform durch Wilhelm von Humboldt wurden die deutschen Universitäten zum Vorbild für Hochschulgründungen weltweit. An den Universitäten sollten Forschung und Lehre eine Einheit bilden, das heißt, nur diejenigen Professoren durften Studenten unterrichten, die ihr Fach durch eigene Forschungserfahrung durchdrungen haben. Gleichzeitig sollten sich Professoren wie Studenten frei von jeder staatlichen Zensur allein der Wissenschaft widmen. Eine Zeit lang konkurrierte die Humboldt’sche Idee mit dem französischen Modell einer rein berufsorientierten Hochschulausbildung. Dann setzte sich die Idee auch in anderen Ländern durch. Aus der ganzen Welt kamen Gelehrte nach Berlin, Heidelberg oder Göttingen. Wer in der Wissenschaft etwas werden wollte, musste eine Zeit lang in einem deutschen Labor oder Hörsaal studiert haben. Dass heute die USA die wichtigste Wissenschaftsnation sind, haben sie auch deutschen Forschern zu verdanken. Hunderte, viele von ihnen jüdische Gelehrte wie Albert Einstein, fanden auf der Flucht vor dem Hitlerregime eine neue Heimat an einer amerikanischen Universität. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich in Deutschland eine breite Hochschul- und Forschungslandschaft entwickelt. Wer heute hierzulande studieren möchte, hat die Wahl zwischen 365 Hochschulen, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind.

2. Wohin es deutsche Ärzte zieht


In Deutschland streiken die Ärzte. Sie sind unzufrieden über ihre Honorare und Arbeitsbedingungen. Viele ihrer Kollegen haben die Situation satt und gehen ins Ausland. „Mein zukünftiger Chef wollte mir das nicht glauben, dass ich hier zehn bis zwanzig Stunden pro Woche zusätzlich arbeite – aus Jux und Tollerei, unbezahlt!“ Das sagt Dr. Kai König, Kinderarzt an der Berliner Charité. Er wird in wenigen Tagen Deutschland verlassen und nach Melbourne in Australien gehen. „Die meisten Kliniken in Deutschland haben das Problem, dass sie sparen müssen. Und gespart wird besonders gern im Personalbereich.“ Dr. König und seine Kollegen merken dies im Alltag: gleiche Arbeit mit weniger Personal.

In Australien hofft er nun auf Besserung seiner Arbeitslage. Und er ist nicht der einzige deutsche Mediziner, der so denkt. Seit etwa zwei Jahren registriert man eine steigende Nachfrage nach Ärztestellen im Ausland: Neben England oder Österreich wird auch Dubai immer interessanter. Am beliebtesten sind aber die Schweiz oder die skandinavischen Länder. Die Schweiz lockt mit Löhnen, die rund 20 Prozent höher sind als in Deutschland, und mit guten Arbeitsbedingungen. In Skandinavien dagegen wird viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt.

Rund 12.000 deutsche Ärzte sind derzeit im Ausland tätig. Doch es kommen auch ausländische Ärzte nach Deutschland. Im Jahr 2006 arbeiteten in Deutschland fast 18.000 ausländische Ärzte. Doch viele deutsche Ärzte kehren in die Heimat zurück. Auch Kai König hat sich erst einmal nur für ein Jahr beurlauben lassen: „Ich werde jetzt nicht alle Segel abbrechen. Ich denke, dass ich wieder aus Australien zurückkommen werde.“

3. Mit Goethe ins Management


Wer in Moskau Germanistik studiert, muss nicht unbedingt als Übersetzer oder unterbezahlter Lehrer enden. Dass es auch anders geht, zeigt der DAAD mit dem Zusatzstudium „Germanisten in die Wirtschaft“. Zum vierten Mal wurde das Programm erfolgreich beendet, und die stolzen Absolventen bekamen bei der Abschlussfeier ihre Zeugnisse überreicht.

Bislang sahen sich russische Germanistikstudenten in ihrem weiteren Werdegang eindeutig auf die Berufsfelder Schule, Universität oder Übersetzung festgelegt. Dass man hingegen als Geisteswissenschaftler auch in der Wirtschaft eine ganz andere Karriere machen kann, könnte den einen oder den anderen überraschen. Und doch bietet der DAAD schon seit dem Jahr 2002 mit Erfolg sein Zusatzprogramm „Germanisten in die Wirtschaft“ an: ein einjähriges Studium, in dem die Philologen, Linguisten und Übersetzer mit den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft konfrontiert werden. Die Studenten für das Programm rekrutieren sich aus den Germanistik-Fachbereichen der Moskauer Universitäten, das heißt, sie werden eigentlich für den Lehrerberuf vorbereitet.

Das DAAD-Programm erstreckt sich mit insgesamt 120 Stunden über zwei Semester. Die Zeit wird genutzt, um den Teilnehmern ein möglichst breites Spektrum der wichtigsten Grundlagen der Wirtschaftslehre zu vermitteln. Es gibt klassische Bereiche (Marketing, Kommunikation), wo Germanisten schon lange gute Chancen haben. Grundsätzlich werden Geisteswissenschaftler in Firmen genommen, weil sie quer denken und weil sie dadurch frische Luft hineinbringen.

4. Weniger als vier Millionen Arbeitslose in Deutschland


Nach einem schnellen Rückgang im November liegt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland erstmals seit Oktober 2002 wieder unter der Marke von vier Millionen. Dabei lag die Zahl der Arbeitslosen im Februar noch bei fünf Millionen. Die Arbeitslosenquote sank im November um 0,2 Punkte auf 9,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,9 Prozent gelegen. Politiker und Experten zeigten sich überrascht.

Dank der stabilen Konjunktur hat sich die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt bis in den November hinein fortgesetzt. Daher ist die Arbeitslosigkeit entgegen dem üblichen Trend auch im November weiter gesunken. Arbeitsminister Franz Müntefering sieht das Sinken der Arbeitslosenzahl unter vier Millionen auch als Erfolg der Politik der Bundesregierung. Die Entwicklung im Oktober und November sei für die Jahreszeit völlig ungewöhnlich. „Wir freuen uns darüber“, sagte Müntefering. Heute seien 550.000 Menschen mehr in Arbeit als vor einem Jahr. „Das ist eine kleine Großstadt in Deutschland.“ Für kommendes Jahr versprach Müntefering eine weitere Senkung der Arbeitslosigkeit. Nach einem Wachstum von drei Prozent im letzten Quartal sei auch für 2007 ein „relativ hohes Wachstum“ zu erwarten. „Das Schlimmste am Arbeitsmarkt liegt wirklich hinter uns“, sagte der Minister. Alles deutet darauf hin, dass die Unternehmen erst angefangen haben, Arbeitsplätze zu schaffen und dass dieser Trend in den nächsten Monaten anhalten wird. Für 2007 erwartet man eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 4,3 Millionen nach 4,5 Millionen im Jahr 2006.



5. Frauenarbeit in Südostasien


Die Industriestaaten lassen, um die Produktionskosten zu reduzieren, Mikrochips in Ostasien anfertigen. Sie exportieren die Konstruktionsteile zur dortigen Verarbeitung. Dann werden die fertigen Chips wieder in die Industriestaaten importiert, wo sie in Computer und andere Geräte eingebaut werden. Die Lohnkosten sind in Ostasien niedrig, deshalb lohnt sich der weite Transport.

Trotz der allgemeinen Bewunderung für die Mikrochip-Revolution interessiert sich kaum jemand für den Alltag der in dieser Industrie arbeitenden Menschen. Die Firmen stellen zu 90 Prozent Frauen ein, weil sie lernbereit und geduldiger als Männer sind. Da man für die Arbeit geschickt sein muss, beschäftigen die Unternehmer vorwiegend Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Arbeiterinnen stehen unter ständigem Druck, weil die festgesetzte Produktionsmenge sehr groß ist. Da sie Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes haben, wagen sie während der Arbeit nicht einmal einen Gang in die Toilette. Aber trotz der harten Arbeitsbedingungen bemühen sich Hunderttausende Frauen um einen Arbeitsplatz in diesem Industriezweig. Viele Frauen verdienen dank eines Arbeitsplatzes zum ersten Mal in ihrem Leben ihr eigenes Geld. Um ihre finanzielle Unabhängigkeit zu sichern, nehmen sie fast jede ihnen angebotene Stelle an. Es gibt viele Probleme am Arbeitsplatz; doch sind nur wenige Frauen gewerkschaftlich organisiert. Die meisten haben keine Arbeitsverträge und können jederzeit entlassen werden. Wenn die Frauen ihren Arbeitsplatz verlieren, dann stehen sie vor einer ungewissen Zukunft. Da die Beschäftigungsmöglichkeiten in ländlichen Gebieten nicht hoch stehen, müssen sich Frauen vom Land ihren Lebensunterhalt in der Industrie suchen. Viele Frauen haben eine abgeschlossene Schulbildung; trotzdem haben sie kaum Aufstiegschancen.



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